Unsere Pfarrkirche steht unter dem Schutz des hl. Ulrich von Augsburg. Um 890 als Sohn eines alemannischen Adeligen in Augsburg geboren, begann er um 900 in der Abtei St. Gallen seine theologische Ausbildung.
Als Freund des ottonischen Königshauses 923 zum Bischof berufen und geweiht, diente er sowohl dem Herrscher als auch der Kirche treu. Zum Schutz gegen die immer wieder einfallenden Ungarn ließ Ulrich um Augsburg eine Stadtmauer errichten. 955 leitete er persönlich die Stadtverteidigung und unterstützte Otto den Großen militärisch bei der siegreichen Schlacht auf dem Lechfeld.
Ulrich beteiligte sich aktiv an der pastoralen Reform der Kirche im 10. Jh. Förderung der Augsburger Domschule, Diözesansynoden, Unterstützung der Klöster und Bau würdiger Kirchen waren sein Verdienst. Durch ein vorbildliches Priesterleben wirkte er stark in Klerus und Volk hinein. Er starb 973 und wurde in der Kirche St. Ulrich und Afra beigesetzt. 993 erfolgte die feierliche Heiligsprechung. St. Ulrichs Grab wurde bald eine viel besuchte Wallfahrtsstätte.
Neben seiner hohen reichspolitischen Verehrung errang sich St. Ulrich im religiösen Volksbrauch eine besondere Stellung als Fischer-, Wasser-, Wetter-, Reise- und Winzerpatron. Das Evangelienbuch als Attribut weist St. Ulrich als Verkünder und Förderer der christlichen Lehre aus.
Der seinen Bildern beigefügte Fisch, auch Bestandteil des Mörscher Ortswappens, erinnert an das Fischwunder. Ulrich war mit Konrad, dem Bischof von Konstanz und Patron unserer Erzdiözese, befreundet. Er soll an einem Donnerstagabend in Konstanz angekommen sein. Die Wiedersehensfreude war so groß, dass die beiden das Abendessen, das auf dem Tisch stand, vergaßen. Als sie sich endlich zu Tisch setzten, war Mitternacht vorüber und der Freitag angebrochen. Bischof Ulrich sprach das Tischgebet, segnete die Speisen und siehe da, es lag nun statt Fleisch Fisch auf der Platte. Das Wunder hatte die beiden vor dem Verzehr von Fleisch am Freitag gerettet, und sie dankten dafür Gott.